Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026
Egal ob du dich nur über PCOS informierst, gerade die Diagnose bekommen hast oder schon länger damit kämpfst: Es ist nicht so aussichtslos, wie es vielleicht scheint, und du bist nicht alleine.
Wusstest du, dass das Polyzystische Ovarialsyndrom die häufigste Hormonstörung bei Frauen im gebärfähigen Alter ist? Das Tückische an dieser Krankheit ist, dass sie nicht einfach zu diagnostizieren ist, da die Symptome vielfältig und individuell sind. Aber alles der Reihe nach.
Was ist PCOS?
PCOS tritt bei ca. 5% - 10% der gebärfähigen Frauen auf (1), jedoch wird die Krankheit aufgrund der vielfältigen und individuellen Symptome oft nicht erkannt. Die Diagnose beruht auf mindestens 2 der 3 folgenden „Hauptmerkmale“:
1. Gestörter Menstruationszyklus
Die Menstruation ist entweder unregelmäßig, selten oder bleibt vollständig aus. Die Folge daraus ist, dass der Eisprung nur selten oder gar nicht stattfindet, somit wird das Schwangerwerden erschwert. (2)
2. Überschuss an männlichen Hormonen
Der Anteil an Androgenen im Blut sowie starke Körperbehaarung an Stellen, die für Frauen eher untypisch sind (z.B. Kinn oder Brustwarzen), sowie das Auftreten von Akne werden bei den Untersuchungen genau überprüft. Mehr dazu liest du in unserem Beitrag über Testosteron bei Frauen. (1)
3. Polyzystische Ovarien
Das hört sich jetzt komplizierter an, als es ist. Grundlegend bedeutet das, dass sich in mindestens einem Eierstock mehr als 20 mit Flüssigkeit gefüllte Follikel finden lassen, die einen Durchmesser bis zu 9 Millimeter haben können. Ein zusätzliches Kriterium ist, dass das Volumen eines Eierstocks größer als 10 Milliliter ist. Wichtig zu erwähnen ist, dass diese Bläschen keine „Zysten“ sind, obwohl sie der Namensgeber der Krankheit sind. Es handelt sich um wachsende Eibläschen. (2)
Ursachen von PCOS
Bis heute sind die Ursachen der Krankheit nicht vollständig geklärt, es wird ein genetischer Zusammenhang vermutet. Studien haben gezeigt, dass überdurchschnittlich viele Frauen von PCOS betroffen sind, deren Mütter ebenfalls an dieser Krankheit litten. Hinzu kommt noch die Tatsache, dass die Väter der betroffenen Frauen oftmals eine frühe hormonbedingte Glatze aufwiesen. (3)
Ausgelöst wird PCOS durch eine Störung der natürlichen Regulationsmechanismen, jedoch ist noch unklar, ob die Ursache primär vom Eierstock oder vom Zuckerstoffwechsel oder beidem ausgeht. Die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) zeigt ebenfalls Auffälligkeiten. Das Luteinisierende Hormon (LH) wird vergleichsweise vermehrt ausgeschüttet als das Follikel stimulierende Hormon (FSH). FSH ist jedoch verantwortlich für die gesunde Entwicklung von Eizellen. (2)
Weitere Studien haben gezeigt, dass viele Frauen mit PCOS unabhängig von Übergewicht einen gestörten Insulinstoffwechsel haben, der bis hin zur Insulinresistenz geht. Das bedeutet, dass die Zellen trotz Insulin im Blut weniger Zucker aus dem Blut aufnehmen (sie sind resistent gegenüber dem Insulin) und somit der Blutzuckerspiegel ansteigt. Das hat wiederum zur Folge, dass die Bauchspeicheldrüse noch mehr Insulin produziert. Jedoch führt eine erhöhte Insulinausschüttung zu einer steigenden Produktion von männlichen Hormonen sowie einer erhöhten Freisetzung von LH. Also genau das, was nicht gewollt ist. (2)
Das hört sich alles sehr unschön und teilweise aussichtslos an, jedoch gibt es viele Möglichkeiten, die Symptome zu verbessern.
Medizinische Therapiemethoden
Wusstest du, dass bei PCOS die Antibabypille oft eingesetzt wird, um die Symptome zu verbessern? Manchmal scheint es so, als ob die Pille ein Allheilmittel sei. Doch Vorsicht! Zwar kann sie diese Symptome verbessern, sonst würde sie nicht verwendet werden, aber auch die Pille hat Nebenwirkungen, die neue Symptome hervorrufen können.

Hast du schon mal etwas von Metformin gehört? Das ist ein Wirkstoff, der die Empfindlichkeit für Insulin erhöht; somit können die Zellen wieder mehr Zucker aufnehmen und der Blutzuckerspiegel sinkt. Es kann auch bei der Gewichtsabnahme und der Reduktion der männlichen Hormone helfen, kann aber leider als Medikament auch Nebenwirkungen auslösen. Zusätzlich fördern die Wirkstoffe Letrozol und Clomifen die Eibläschenreifung und den Eisprung. Studien zufolge ist die Kombination aus Metformin und Letrozol besonders effektiv. (2)
Es gibt auch noch die Möglichkeit, überzählige Follikel operativ behandeln zu lassen, um den Zyklus sowie die Hormonproduktion männlicher Hormone zu normalisieren.
Das hört sich alles wenig berauschend an. Aber keine Sorge, es gibt auch im Alltag einiges, was du tun kannst.
Was du im Alltag tun kannst
1. Sport
Vor allem bei Übergewicht hilft körperliche Bewegung, den Insulinstoffwechsel positiv zu beeinflussen. Aber Vorsicht! Zu viel des Guten hilft dir nicht. Daher achte darauf, dass du keine exzessiven Sportarten betreibst, die zu einem sehr hohen Puls führen. Pilates, Yoga oder moderate Workouts mit Hanteln eignen sich zum Beispiel gut (4).

2. Gesunde Ernährung
Bestimmt denkst du dir „War ja klar, dass das kommt.“, aber durch die richtige Ernährung kannst du Blutzuckerspitzen vermeiden. Achte darauf, mehr Proteine und gesunde Fette zu dir zu nehmen und Kohlenhydrate sowie Zucker zu reduzieren. Wenn du wirklich mal Lust auf etwas Süßes hast, kein Problem. Ratsam ist es, vorher Ballaststoffe zu essen und viel Wasser zu trinken. Ein wichtiger Tipp ist es, auf die Reihenfolge zu achten, in der du dein Essen isst. Wenn du Kohlenhydrate tendenziell am Ende der Mahlzeit isst, steigt dein Blutzuckerspiegel nicht so rasant. Ballaststoffe, Proteine und Fette können als eine Art Puffer dienen. Also den Schokoriegel, wenn du wirklich nicht auf ihn verzichten kannst, lieber als Nachspeise anstatt als Snack zwischendurch essen (4).

3. Mikronährstoffe im Fokus der Forschung
Myo-Inositol wird im Zusammenhang mit PCOS intensiv erforscht, unter anderem auch im direkten Vergleich mit Metformin (5). Ob eine Therapie für dich sinnvoll ist, solltest du immer ärztlich abklären.
Auch Vitamin D spielt eine wichtige Rolle: Vitamin D trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems und zur Erhaltung normaler Knochen bei. Frauen mit PCOS weisen häufig einen niedrigen Vitamin-D-Spiegel auf.
Vielleicht verbindest du Zink eher mit deinem Immunsystem. Zink trägt aber auch zu einem normalen Kohlenhydrat-Stoffwechsel bei. Chrom trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutzuckerspiegels bei. (6)
Häufige Fragen zu PCOS
Wie wird PCOS diagnostiziert?
Für die Diagnose müssen mindestens zwei von drei Kriterien erfüllt sein: ein gestörter Zyklus, erhöhte männliche Hormone und polyzystische Eierstöcke im Ultraschall.
Kann ich mit PCOS schwanger werden?
Ja. PCOS kann das Schwangerwerden erschweren, mit ärztlicher Begleitung werden aber viele Frauen mit PCOS schwanger.
Was kann ich selbst bei PCOS tun?
Moderate Bewegung, eine blutzuckerfreundliche Ernährung und eine gute Nährstoffversorgung sind wichtige Bausteine, die du mit deiner ärztlichen Behandlung kombinieren kannst.
FEVANA Zyklus
FEVANA Zyklus enthält die genannten Mikronährstoffe Myo-Inositol, Vitamin D, Zink und Chrom sowie weitere Vitamine, Mineralstoffe und Pflanzenextrakte, abgestimmt auf die vier Zyklusphasen. So hast du eine Rundumversorgung mit Mikronährstoffen, die du in deinem Alltag vielleicht nicht immer ausreichend aufnimmst. FEVANA ersetzt keine ärztliche Behandlung.

Quellenangaben
- Das PCO-Syndrom. (o. D.). UKB | Klinik für Gynäkologische Endokrinologie & Reproduktionsmedizin.
- PCO-Syndrom. (2024, 22. Januar). USZ.
- Ndr. (2023, 9. September). PCO-Syndrom: Wie Medikamente und Ernährung helfen. NDR.de - Ratgeber - Gesundheit.
- Ndr. (2023a, September 6). Ernährung beim PCO-Syndrom: Blutzuckerspiegel schonen. NDR.de - Ratgeber - Gesundheit.
- Spindelmann. (2022, 22. November). Vergleich von Myo-Inositol und Metformin bei PCOS. DeutschesGesundheitsPortal.
- Best, N. (2017). The best PCOS supplements. Natures Best.