Östrogen, ein Begriff, der in einem sehr engen Zusammenhang mit dem weiblichen Zyklus steht. Viele kommen das erste Mal mit ihm in Kontakt, wenn sie beim Frauenarzt waren und die Pille verschrieben bekommen haben. Doch die genaue Bedeutung von Östrogen ist zu diesem Zeitpunkt oft noch nicht bekannt. Wie war es bei dir?
Was genau ist eigentlich Östrogen?
Wusstest du, dass das Wort „Östrogen“ aus dem Griechischen kommt und „Leidenschaft erzeugen“ bedeutet? (1) Eine ziemlich passende Übersetzung, denn Östrogen ist zusammen mit Progesteron eines der wichtigsten weiblichen Sexualhormone. Genau genommen jedoch ist der Begriff „Östrogen“ ein Sammelbegriff für die weiblichen Hormone Östradiol, Östron und Östriol, wobei Östradiol das wichtigste ist (2).
Östrogen wird hauptsächlich in den Eierstöcken gebildet und ist für deinen Menstruationszyklus essentiell. Denn es signalisiert der Gebärmutterschleimhaut, dass sie wachsen und sich verdicken soll. Auf diese Weise bereitet sich dein Körper auf eine mögliche Schwangerschaft vor. Das Auftreten von Scham- und Achselbehaarung sowie das Wachsen der Brüste in der Pubertät wird ebenfalls durch Östrogen ausgelöst (3). Des Weiteren hat dieses Hormon Einfluss auf deinen Sexualtrieb, deine Knochendichte und Gehirnfunktion. Auch die Funktion des Hypothalamus, des Hypophysenvorderlappen, des Nervensystems, der Schilddrüse, der Thymusdrüse und die Funktion der Haut hängen mit deinem Östrogenlevel zusammen (4).
Wie du siehst, ist Östrogen an vielen wichtigen Aufgaben beteiligt und hat einen großen Einfluss auf dich. Jetzt denkst du dir vielleicht: Wenn Östrogen so wichtig ist, habe ich am besten viel davon. Ganz so einfach ist es aber nicht. Denn zu viel Östrogen hat mehrere negative Auswirkungen auf deinen Körper:
Was ist eine Östrogendominanz?
Generell produziert dein Körper die Sexualhormonen Östrogen und Progesteron hauptsächlich für die Fortpflanzung sowie deine körperliche Entwicklung (1). Wie du vielleicht aus unserem Blogbeitrag über die vier Zyklusphasen weißt, ist der Östrogenspiegel in jeder Phase unterschiedlich hoch. In der Follikelphase steigt dieser langsam an und erreicht kurz vor dem Eisprung seinen Höhepunkt. Dadurch wird gleichzeitig das luteinisierende Hormon (LH) ausgeschüttet und löst den Eisprung aus. Danach sinkt der Östrogenspiegel wieder und Progesteron wird vermehrt produziert, um deinen Körper auf eine Schwangerschaft vorzubereiten.

Beide Hormone müssen im Gleichgewicht sein, damit dein Körper und die Mechanismen problemlos funktionieren können. Kommt es aber zu einer Störung, zieht Progesteron meistens den Kürzeren und es kommt zu einem Östrogenüberschuss bzw. -dominanz.
Im Allgemeinen kann man zwischen zwei Arten der Östrogendominanz unterscheiden. Bei der freien Östrogendominanz ist der Östrogenspiegel einfach zu hoch, da der Körper zu viel Östrogen produziert. Bei der relativen Östrogendominanz ist das Verhältnis zwischen Östrogen und Progesteron zugunsten von Östrogen zu hoch. Prinzipiell könntest du, selbst wenn du eigentlich einen Östrogenmangel hast, immer noch eine relative Östrogendominanz haben, wenn der Progesteronspiegel niedriger ist (3). Doch was sind die Ursachen dafür?
Ursachen einer Östrogendominanz
Tatsächlich gibt es viele Ursachen für dieses Ungleichgewicht, wie beispielsweise eine Hormonstörung oder eine der häufigsten Ursachen: Die Einnahme der Pille (5). Es gibt aber noch weitere:
Wusstest du, dass auch Fettzellen Östrogen produzieren? Vor allem das nervige viszerale Bauchfett führt zu dieser Östrogenproduktion. Aufgrund dessen zählt Übergewicht ebenfalls zu den Ursachen (6). Was dich wahrscheinlich nicht wundern wird, ist, dass Stress, Rauchen und Alkoholkonsum ebenfalls eine Östrogendominanz begünstigen (5).
Hast du dich schonmal gefragt, warum manche Männer kleine Brüste haben? Das kann u.a. an einem hohen Bierkonsum liegen, da Bier Hopfen enthält, das im Körper wie Östrogen wirkt (7). Wie du schon weißt, ist dies für das Brustwachstum in der Pubertät verantwortlich.
Eine weitere, durchaus wichtige Ursache einer Östrogendominanz wird leider oft übersehen, da sie unseren Alltag und Lebensstil bedeutend betrifft. Zum einen ist hier die Rede von Plastik und Reinigungsmitteln, da diese östrogenähnliche Stoffe (Xenoöstrogene) enthalten und bei der Menge an Plastik, die sich in unserem Alltag wiederfindet, ist das nicht zu unterschätzen. Eine weitere, für viele Frauen vielleicht unangenehme Tatsache ist, dass auch Kosmetik solche Stoffe enthalten kann (3).
Symptome
Es gibt verschiedene Symptome, die auf den ersten Blick nicht eindeutig einer Östrogendominanz bzw. zu einem Progesteronmangel zugeordnet werden können, aber in Summe gute Indikatoren sein können.
Einige mögliche Symptome:
- PMS & PCOS
- Unfruchtbarkeit
- Libido-Verlust
- Stimmungsschwankungen
- Müdigkeit
- Kopfschmerzen
- Hitzewallungen
- Gewichtszunahme (Oberschenkel, Brüste, Hüfte)
Wenn du wissen möchtest, wo genau dein Östrogenspiegel steht, kannst du den Östrogenwert mittels eines Bluttests oder Speicheltests zwischen dem 18. und 21. Zyklustag bestimmen lassen. Dabei ist das Verhältnis zwischen Östrogen und Progesteron wichtig, welches mindestens 1:200 oder besser 1:300 sein sollte (3).
Auch wenn sich das alles etwas beunruhigend anhören mag, vor allem, da viele Alltagsartikel östrogenähnliche Stoffe enthalten, kannst du im Alltag einiges für deinen Hormonhaushalt tun. Bei Verdacht auf eine Östrogendominanz solltest du aber immer ärztlichen Rat einholen.
Was du im Alltag tun kannst
1. Erhöhte Ballaststoffzufuhr
Wusstest du, dass Ballaststoffe im Darm an der Ausscheidung von Hormonabbauprodukten beteiligt sein können? Besonders lösliche Ballaststoffe wie Chiasamen, Akazienfasern und Guarkernmehl können sich an Moleküle binden. Im Verdauungstrakt können Ballaststoffe Östrogene absorbieren, die im Darmtrakt zirkulieren. Dadurch wird die Ausscheidung von Östrogenen unterstützt. Zusätzlich kurbeln Ballaststoffe deine Verdauung an.

2. Erhöhte Probiotikaaufnahme
Probiotika sind u.a. wichtig für deine Darmgesundheit. Generell fördern sie das Gleichgewicht von guten und schädlichen Bakterien im Darm sowie einen regelmäßigen Stuhlgang. Sauerkraut, Apfelessig, Kefir und Kombucha enthalten viele Probiotika (10).

3. Unterstütze deine Leber
Deine Leber ist u.a. für den Abbau von Hormonen zuständig. Bitterstoffe, wie sie zum Beispiel in Mariendistel und Löwenzahn vorkommen, werden traditionell für die Leber und die Verdauung verwendet (8).
4. Fremdöstrogen vermeiden
Wie bereits erklärt, finden sich diese Fremdöstrogene überall in unserem Alltag wieder. Sie können aus Umweltquellen stammen, wie bestimmten Kunststoffen, Pestiziden und Chemikalien in Reinigungsprodukten. Diese Fremdöstrogene können den natürlichen Hormonhaushalt stören und zu einem Ungleichgewicht führen, insbesondere wenn bereits ein Östrogenüberschuss vorliegt (8).

Entscheide dich für Glas- oder Edelstahlbehälter anstelle von Plastik und wähle natürliche und biologische Hautpflegeprodukte und Kosmetika, um den Kontakt mit potenziellen endokrinen Disruptoren zu minimieren, die in herkömmlichen Produkten enthalten sein können.
5. Kreuzblütler
Kreuzblütler wie Blumenkohl, Brokkoli und Grünkohl enthalten die Verbindung DIM, die im Zusammenhang mit dem Östrogenstoffwechsel erforscht wird (3). Ein Grund mehr, regelmäßig Kreuzblütler auf deinen Speiseplan zu setzen.
6. Mikronährstoffe
Einige Vitamine und Mineralstoffe spielen für den Hormonhaushalt eine besondere Rolle:
- Vitamin B6 trägt zur Regulierung der Hormontätigkeit bei.
- Zink trägt zu einem normalen Fettsäurestoffwechsel und zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress bei.
- Vitamin D trägt zur Erhaltung normaler Knochen und zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei.
- Jod trägt zu einer normalen Produktion von Schilddrüsenhormonen und zu einer normalen Schilddrüsenfunktion bei.
Bei Jod gilt: nicht ohne Rücksprache hoch dosieren, besonders bei bekannten Schilddrüsenerkrankungen.
Eine abwechslungsreiche Ernährung mit Gemüse, Hülsenfrüchten, Nüssen, Samen und Fisch ist die beste Basis für eine gute Versorgung.
Wie hilft dir FEVANA Zyklus?
Bei FEVANA haben wir unsere Nährstoffkomplexe gemeinsam mit Fachärztinnen und Fachärzten entwickelt – abgestimmt auf die unterschiedlichen Lebensphasen einer Frau.
FEVANA Zyklus begleitet dich mit vier Rezepturen durch die vier Phasen deines Zyklus. Enthalten ist unter anderem Vitamin B6, das zur Regulierung der Hormontätigkeit beiträgt.
Wichtig: Nahrungsergänzungsmittel ersetzen keine ärztliche Abklärung. Wenn du den Verdacht auf eine Östrogendominanz hast, lass deine Hormonwerte gynäkologisch untersuchen.
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Wenn du wissen möchtest, ob deine Symptome zu einem Östrogenüberschuss passen könnten, kannst du unser kostenloses Hormonquiz machen. 
Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026
Quellenangaben
- Östrogen – Östrogenmangel und Östrogendominanz. (o. D.). Cerascreen AT.
- Voos, M. D. (2017, 30. März). Östrogene: weibliche Geschlechtshormone. Apotheken Umschau.
- Pfeiffer, A. (2022, Mai 30). Östrogendominanz - so bringst du dein Hormonchaos natürlich in Balance. VitaMoment.
- Clara. (2022, 11. Februar). Das bewirkt Östrogen im Körper. Gesund Durch die Wechseljahre.
- Breitenberger, M. (2021, 3. Dezember). Progesteronmangel & Östrogendominanz | Praxis Breitenberger. Praxis Breitenberger.
- Breast, K. A. (2023, 24. März). Don’t let your estrogen dominate you! — Keep a breast foundation. Keep A Breast Foundation.
- Wenn Männer Brüste haben: Woher das kommt und was hilft | Dr. Birgit Pössl | Fachärztin für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie. (2020, 18. Januar).
- Schultz, J. (2023, 12. Juni). Der ultimative Guide bei Östrogendominanz. PCOS | Hormoncoach | Julia Schultz.
- Anna. (2023, 8. Februar). Östrogendominanz & Progesteronmangel einfach erklärt.